TuS Langenholzhausen 1911 e.V.

Die Geschichte des Vereins:

Die Anfänge: 

Fast 95 Jahre Turn- und Sportverein Langenholzhausen, Jahre voller Ereignisse in der Politik, wirtschaftlichem Aufschwung und dem Fortschritt der Technik.
Immer mehr Menschen aber suchen Entspannung und Ausgleich von der Hektik des Alltages im Sport, nehmen an sportlichen und gesellschaftlichen Ereignissen teil, freuen sich an Siegen und trösten sich, wenn das Quentchen Glück mal fehlt.

Dabeisein und miteinander kämpfen, sich in der Gemeinschaft sportlich betätigen ist erstes Gebot des Vereins.
Im Jahr 1911 versammelten sich erstmals 15 junge, sportbegeisterte Männer im damaligen Lokal „Müller“
( später Grewe ) und gründeten einen Sportverein.
Vom Erlös des ersten Stiftungsfestes konnten die ersten Turngeräte und der erste Lederfussball angeschafft werden.
Man besuchte Turntage und trug die ersten Wettkämpfe mit den Nachbarvereinen aus, bis der
1. Weltkrieg diesem friedlichen Treiben ein vorläufiges Ende setzte.

Nach dem 1. Weltkrieg: 

Erst im Jahre 1919 begann dank besonderer Initiative von Karl Willer senior ein neuer Anfang im Turn- und Sportleben des Vereins.
Zum neuen Vereinslokal wurde das Gasthaus „zur Lippische Rose“ ernannt, das diesen Platz noch heute inne hat.
Hier wurde 1920 das erste Stiftungsfest nach dem Krieg gefeiert und im Jahre 1925 wurde feierlich unsere Vereinsfahne geweiht, die im Vereinslokal zu besichtigen ist. Man konnnte inzwischen Mitgliedszahlen von ca. 130-150 Personen verzeichnen.
An dem regen Turnbetrieb beteiligten sich zeitweise 8-10 Turnriegen, denn auch Damen waren aktiv geworden. Daneben war eine rührige Ballspielabteilung tätig.
Hier waren es die damaligen Studenten, die ihren Sporkameraden die nötigen Regelkenntnisse vermittelten, um bei turnerischen Wettkämpfen und bei Hand- und Fussballspielen gegen Vereine aus nah und fern bestehen zu können.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges brachte 1939 wieder jegliches sportliche Treiben zum Erliegen. 

Nach dem 2. Weltkrieg: 

Hier war es der leider viel zu früh verstorbene Sportsfreund Ernst Krüger sen., dem kein Weg und keine Mühe zu viel war, den Sportbetrieb wieder in´s Leben zu rufen.
Das erste Spiel mit einer Mannschaft des TuS  fand auf dem Sportplatz in Heidelbeck statt. Um im eigenen Ort spielen zu können, musste man in Flörkemeiers Wiese mit Toren aus Kuhkampspfählen den Spielbetrieb aufnehmen, da der eigene Sportplatz mit Kartoffeln bepflanzt war. Im Jahre 1948 war es so weit, dass man die Instandsetzung des Platzes vornahm. Anfang August war das Werk vollendet und der Sportplatz ging unter dem Namen „KAMPFBAHN KALLETAL“ in die Langenholzhauser Fußballgeschichte ein.
Schwer war aller Anfang und es war uns leider vergönnt, einige Jahre die rote Laterne in der 2. Kreisklasse zu tragen. Aber mit unermüdlichem Fleiß und unser heranwachsender Nachwuchs sorgten dafür, dass der Name des TuS Langenholzhausen bald im Lippischen Norden ein Begriff wurde.

1951 konnte man die 40- Jahr-Feier begehen.
Als Vorsitzende aus dieser Zeit sind uns Karl Bösch und Heinrich Höfemeier bekannt.
Die intensive Jugendarbeit trug ihre Früchte. Die Gebrüder Stutzke in Verbindung mit den Namen Norbert Greife, Günter Johanning, Heinz Hölscher & Co. ließen uns vom Träger der „Roten Laterne“ zum Meister der 2. Kreisklasse werden.
1959 gelang dem „Stutzke-Team“ unter der Leitung von Trainer Willi Engel mit dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse Lemgo der große Sprung. Das 50 Jährige Bestehen wurde unter Vorsitz von Alfred Wieder mit einer Palette an Fussballbegegnungen gefeiert.
1963 konnte der von der Gemeinde Langenholzhausen neu errichtete Sportplatz "Kampfbahn Kalletal"
( seit April 1998 umbenannt in  „Stadion am Kirchberg“ ) eingeweiht werden.
Der in dieser Zeit von Platzwart Addi Stutzke und später von Norbert Greife hervorragend gepflegte Rasenplatz, der 1971 mit einer in Eigenleistung geschaffenen.
Flutlichtanlage versehen wurde, ist seit dem das Ziel der TuS Anhänger.
Krönung in der sportlichen Laufbahn des TuS war der Aufstieg in die Bezirksklasse Staffel III Lippe-Höxter im Jahre 1965. Die gute Kameradschaft innerhalb der Mannschaft , die gute Trainingsdisziplin besonders unter der Leitung des international erfahrenenen Fußballers Juan Cabrera, der als Profi bei den Weltklasseclubs Real Madrid und Benfica Lissabon spielte, hatte sich ein sehr hohes Spielniveau entwickelt.
Es wurde gegen so bekannte Vereine wie TSV Detmold, TBV Lemgo, SV Steinheim und TuS Horn um die Spitze gekämpft und mit ein wenig mehr Glück (2 mal Vizemeister) wäre der Aufstieg in die Landesliga zu schaffen gewesen.
Die sportfreundliche Einstellung und Aufgeschlossenheit des ehemaligen Gemeinderates verhalfen mit der Erstellung einer Turnhalle im Jahre 1968 dem allgemeinen Vereinsleben in Langenholzhausen einen unerwarteten Aufschwung. Der Name „Turn- und Sportverein“ bekam wieder seine volle Bedeutung. Unter Ausnutzung der dadurch geschaffenen Möglichkeiten wird heute im Tus echter Breitensport angeboten.
( siehe Gründung der einzelnen Abteilungen )
Nach dem wir über 13 Jahre unter Vorsitz von Karl Willer jun. in der Bezirksklasse spielten, stieg die
1. Mannschaft 1977 in die 1. Kreisklasse ab.
Karl Willer wurde als 1. Vorsitzender von Horst Hohmeier abgelöst ( bis 1987 ). 
Bis 1994 spielten wir, mit einem 2 jährigen Intermezzo in der 2. Kreisklasse ( 1987-1989) , in der
1. Kreisklasse,
1995 bis 1999 wieder in der 2. Kreisklasse.  
Ab dem Spieljahr 1999-2000 Fusionierten die beiden Fussballabteilungen der Vereine TuS Langenholzhausen und SuS Stemmen-Varenholz  zu dem neu geründeten

 „FC Unteres Kalletal“
Eine Jugendspielgemeinschaft „FC Unteres Kalletal“ der Vereine TuS Langenholzhausen, SuS Stemmen-Varenholz  und SVA Heidelbeck besteht schon.

Der Verein hat zur Zeit ( 2008 ) ca. 480 Mitglieder. 

Gründung weiterer Abteilungen: 

1968 Korbballabteilung mit Schüler-, Jugend- und  Frauenmannschaften.
1968 Frauen-Turnen
1976 Leichtathletikabteilung.
1981 Tischtennisabteilung
1986 Mutter- und Kind Turnen.
1986 Sport aktiv für Frauen. 

Kurzzeitig existierten auch eine Damenfußballmannschaft ( 1997-1998 )
eine Kempo- so wie eine Volleyballabteilung.

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Auszug aus der zum 75 jährigen Vereinsjubiläum erschienenen Festschrift.

Ein Langenholzhauser erinnert sich:

Am 8. Januar 1908 wurde ich als Langenholzhauser auf dem Hof Nagelsmeier ( heute Schuhhaus Willer ) geboren. Drei Jahre später wurde auch der TV Langenholzhausen zur Welt gebracht.
Nach wiederum drei Jahren trat ich als Schüler dem Verein bei. Geturnt wurde damals auf dem Saal der Gaststätte „Zur Lippischen Rose“. Als dann eine Fußballmannschaft gegründet wurde, damals die „Heinrichmannschaft“ mit Stahlhut, Willer, Linneweber, Rüggeneier, Frevert und Kruse, bin ich von Haus zu Haus gegangen und habe für den ersten Ball gesammelt. Er kostete damals 10 Reichsmark. Beim Forstmeister Rötteken bekam ich 50 Pfg., viel Geld zu der Zeit.
Gespielt wurde auf dem Bollhorst oder in der Wiese. Als Torstangen dienten uns Bohnenstangen. Auf dem Bollhorst fand auch das erste Sportfest statt, wo damals ein Hürdenlauf durchgeführt wurde.
Mit dem Kutschwagen ging es nach Auswärts. Als Zöglinge des Vereins ( 16 – 18 Jahre ) mussten wir immer 22 Uhr die Strasse verlassen haben. Einmal wurden wir von älteren Turnern verfolgt, da wir die Zeit überschritten hatten, flüchteten aber in Nagelsmeiers Schafstall.
Unter dem Vorsitz von Karl Willer senior und Turnwart Heinrich Ridder wuchs die Turnabteilung stetig an. Ich übernahm die Abteilung der Schüler-, Jugend und Frauenturnerinnen.
Die Turnabende waren immer stark besucht.
Nachdem der Verein in TuS Langenholzhausen umgetauft worden war, gründete ich eine Handballmannschaft. In den Zwanziger Jahren wurden wir sogar Nordlippischer Meister. Unsere Gegner waren Hohenhausen, Kalldorf, Brake und Lieme. Zu den Auswärtsspielen wurden wir von Gottlieb Siemonsmeier und August Frevert gefahren. Nie werde ich das Spiel gegen Brake vergessen. Der Platz roter Mergel, Regen während des Spiels und am Ende mussten wir uns im kalten Bach waschen. Die schwarz- Weißen Trikots waren völlig gelb und nicht mehr zu gebrauchen.
1925 nahm der Verein mit etwa 100 Läuferinnen und Läufern am Hermannslauf teil.
An jedem Himmelfahrtstag wurden größere Wanderungen unternommen.
Mein Tatendrang wurde 1926 auf dem Gauturnfest in Lemgo urplötzlich gestoppt. Beim Hochsprung verletzte ich mich so schwer am Knie, dass ich später mit einer Entzündung das Krankenhaus aufsuchen und dort ein halbes Jahr verweilen musste. Trotz späterer Versteifung des Beines übernahm ich kurz nach meiner Entlassung meine Arbeit als Vorturner wieder auf.
Nachdem ich meine Frau Frieda beim Turnen kennengelernt hatte, musste ich Langenholzhausen leider verlassen, da es keine Arbeit für mich gab.
Ich bin bis heute Mitglied des Vereins und lasse es mir nicht nehmen, jedes Jahr am Dorfgemeinschaftsabend teilzunehmen.
Viele alte Erinnerungen werden an diesem Tag wach und mit den älteren Mitgliedern noch einmal erlebt.
Ich wünsche dem TuS Langenholzhausen zum 75 jährigen Vereinsjubiläum alles Gute.

Gruss Euer Otto Stahlhut
(leider verstorben)

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